Mittelschulgesetz: Entlastung ja, aber soziale Verantwortung stärken
Die Grünen Nidwalden begrüssen zentrale Elemente der geplanten Teilrevision der Gesetzgebung über die Mittelschule, insbesondere den Wechsel zur Jahrespromotion und die Reduktion der Pflichtlektionen. Diese Massnahmen tragen zu einer spürbaren Entlastung der Schülerinnen und Schüler bei und entsprechen zeitgemässen bildungspolitischen Standards. Gleichzeitig sehen die Grünen in einzelnen Punkten Nachbesserungsbedarf, um Chancengerechtigkeit und soziale Verantwortung konsequent zu stärken.
Jahrespromotion und Förderangebote als richtige Schritte
Der Systemwechsel von der Semester- zur Jahrespromotion wird von den Grünen ausdrücklich unterstützt. Er schafft mehr Ruhe im Schulalltag, ermöglicht gezielte Förderung und reduziert unnötigen Prüfungsdruck. Positiv bewerten die Grünen auch die Einführung von Förderkursen anstelle von Wahlpflichtfächern. Entscheidend ist dabei, dass der Nachweis der basalen fachlichen Kompetenzen mit validierten, formativen Instrumenten erfolgt, damit Förderung wirksam und fair ausgestaltet wird.
Gemeinwohl-Einsatz braucht schulische Unterstützung
Kritisch sehen die Grünen die Ausgestaltung des obligatorischen Einsatzes für das Gemeinwohl. Dieser ist inhaltlich sinnvoll und stärkt gesellschaftliches Engagement. Die Verantwortung für Organisation und Kosten darf jedoch nicht allein bei den Schülerinnen und Schülern bzw. ihren Eltern liegen. Die Grünen fordern eine institutionalisierte, verbindliche Beratung und Unterstützung durch die Schule, um soziale Ungleichheiten zu vermeiden und sicherzustellen, dass dieser wichtige Beitrag zum Gemeinwohl für alle zugänglich ist.
Prüfungsregelungen und Schulsozialarbeit nachbessern
Die Grünen sprechen sich gegen den vorgesehenen Verzicht auf Prüfungserleichterungen bei der Wiederholung der Maturitätsprüfung aus. Die bisherige Regelung hat sich bewährt und soll beibehalten werden. Zudem irritiert das Fehlen einer klaren gesetzlichen Verankerung der Schulsozialarbeit: Ihre Einführung ist beschlossen, muss aber auch in Gesetz und Verordnung sichtbar und verbindlich geregelt werden, um deren Beständigkeit und Zugänglichkeit zu gewährleisten.
Bildungspolitik mit Augenmass
Insgesamt erkennen die Grünen Nidwalden den Reformbedarf und unterstützen die Stossrichtung der Vorlage. Sie erwarten jedoch gezielte Korrekturen, damit die Reform nicht nur entlastet, sondern auch sozial ausgewogen ist und alle Jugendlichen gleichermassen stärkt.